"Der Dämon in Ninfa"
(Text und Fotografien von Peter Pessl)     

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Es sind Jahre vergangen, dass ich krank war und mich täuschte.
Es ist meine Stimme, die ich sagen höre:
Alles habe ich ihr gezeigt.
Tivoli. Ninfa. Bagnaia.
Was ich sehe verschwimmt mir. Von den Gärten bleibt nichts, weder die blumenbedeckten Mäander, noch die Fische in den Kanälen, die zu den Wasserspielen führen mit den Medusen.
In meinen Nacken fällt Regen. Ich werde getragen und schlafe. Es mag meine Stimme sein, die ich sagen höre:
Nichts habe ich ihr gezeigt
sie kam mir in einer endlosen Wiederholung weinend entgegengelaufen, schlitternd, auf ein Palm - Blatt gestützt, sodass sie mir noch fremder erschien und verknüpft mit der Dämmerung, sodass sie mir noch näher erschien, als sie aufschreiend stürzte und in den Blumen verschwand
ich will nichts vergessen,
ich will nicht warten mit einem Dämon,
ich will nichts erinnern.
Ich höre mich sagen: "Immer weniger wirst Du und dann?"
Ich höre Dich sehr leise antworten: "Und dann."


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