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Radio, das ist die ortlose Stimme. Terrorismus, das ist die peinliche Zerstörung einer Illusion von Virtualität. Anhand zweier Not-Fallbeispiele der ENTFÜHRUNG fokussieren die neuen Produktionen der Reihe «Literatur als Radiokunst» im KUNSTRADIO die (symbolischen) Körper hinter der «disembodied voice». Aus der Sprechsituation einer Geisel entwickelt Birgit Kempker mit dem fiktiven Lösegeld-Appell einer Tochter an ihren Vater ein perfides Sprachspiel ödipaler Verstrickung. Umgekehrt kartiert die Textcollage, welche Hanno Millesi aus den Kassibern, Kampfparolen und medialen Dokumenten rund um die RAF und die Schleyer-Entführung komponiert hat, das Referenzgewebe von Tätern, welche sich ihrerseits – Stichwort «Stammheim» – als Geiseln des Rechtsstaats empfanden. Ob - wie Birgit Kempkers «Papa, short version» - monologisch oder in der polyphon-flächigen Auflösung von Hanno Millesis «Terrorema»: Am Laut-Werk sind – ohne Zuspielungen oder Fremdgeräusche – ausschließlich die Stimmen der Künstler. In 5.1. Surround via OE1DD. (Christiane Zintzen, Kuratorin) |
![]() I. Papa, short versionvon Birgit KempkerText + Stimme: Birgit Kempker
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![]() II. Terrorema. Unter meiner Haut beginnt das befreite Gebietvon Hanno MillesiText+Stimme: Hanno Millesi
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