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[ English Version ] Die Reihe LITERATUR ALS RADIOKUNST stellt – erstmals in Dolby Digital Surround - zwei Arbeiten vor, die gegensätzlicher nicht sein könnten: Seit den frühen 60er Jahren zählt Franz Mon (*1926) zur Avantgarde der experimentell-radiophonen Lautpoesie. Mit seinem Stück «Käm' ein Vogel geflogen» wird die 5.1-Kanal-Technologie zum Experimentierfeld für eine kompromisslose Artikulations-Montage in Wort-Lauten. Anders der Psychiater und Schriftsteller Paulus Hochgatterer (*1961), der das Moment der – in der Medizin verdrängten – Aggression des Arztes gegenüber dem Patienten als Motor einsetzt für eine polyphone (cerebrale, linguale, intestinale, genitale) «Erregung» über den (bzw. das) «Ekel des Arztes». (Christiane Zintzen, Kuratorin) |
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«Ich mache seit über vierzig Jahren radiophone Stücke, die für mich genau so wichtig sind wie die geschriebenen, weil ich ganz früh entdeckt habe, dass meine Stimme mit zur Substanz meiner poetischen Arbeit gehört. Die eigentliche radiophone Arbeit konnte beginnen, als die Stereophonie erfunden wurde – das war in den späteren 60er Jahren. Seitdem habe ich rund 14 Hörspiele machen können, die auf der Basis der Stereophonie zu realisieren waren. Für mich war es ein enormes Erlebnis jetzt, die neue Technik – Dolby Digital Surround – kennen zu lernen und praktizieren zu dürfen. Wir begeben uns da in eine Dimension der Stimmerfahrung und Stimmproduktion, die auch von der Stereophonie nicht erreicht werden konnte, weil ich als Sprechender wie als Hörender in einem akustischen Zentrum bin, das homogen ist mit meiner Stimmleistung und Stimmfähigkeit. In diesem Sinne haben wir das Stück KÄM' EIN VOGEL GEFLOGEN konzipiert und realisiert: ein Stück, das mit den Beweglichkeiten, welche die neue Technik erlaubt, arbeitet und dadurch Stimmqualitäten und Worterfahrungen ermöglicht, die bisher nicht zugänglich waren.» (Franz Mon)
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Ekel des Arztes. Eine Erregung
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